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Warum vermitteln Vertreter
schlechte Produkte?
Vertreter sind in nahezu allen Fällen
provisionsabhängig. Aus
diesem Grund ist deren Alltag bestimmt durch das Jagen nach
Verkaufserfolgen. Der Umsatz steht im Vordergrund und wenn sie einmal
beim Kunden sitzen, dann wollen sie um jeden Preis auch mit
unterschriebenen Verträgen den Ort verlassen. Warum dieses Denken,
angetrieben vom ständigen Provisionszwang aus der Notwendigkeit,
Überleben zu wollen, zwangsläufig zu einer zweitklassigen Vermittlung
ungeeigneter Produkte führen muss, lesen Sie hier.
Bevor man ein Produkt kauft, sollte man sich zu allererst zwei
immergültige Themen verdeutlichen:
Erstens
werden die allermeisten Vertreter und auch Banker provisionsabhängig
bezahlt. Das heißt, anders als bei Festangestellten, müssen diese für
ihr Geld erst einmal Verkaufsabschlüsse zustande bringen. Gelingt das
nicht, so erhalten die völlig provisionsabhängigen Handelsvertreter
kein Geld oder, sofern sie nur teilweise auf Provisionsbasis entlohnt
werden und ansonsten ein Fixum beziehen, nur geringste Vergütungen, die
zum Überleben nicht genügen. Also sollte man sich klar machen: Der
Vertreter muss verkaufen, er muss Umsatz machen, sonst verhungert er!
Zweitens
sollte klar sein, dass es leichter ist, ein bekanntes Produkt als ein
unbekanntes Produkt zu verkaufen, und dass es leichter ist, ein
weitverbreitetes als ein seltenes Produkt zu vertreiben. Und wenn
jemand auf Verkaufserfolge angewiesen ist, wird er immer den Weg des
geringsten Widerstandes gehen.
Damit ist die Frage, warum
Vertreter meist schlechte Produkte vermitteln, auch schon beantwortet:
Weil diese infolge von Werbefeldzügen bekannt und verbreitet sind. Denn
es ist doch klar: Wenn ein Unternehmen Millionen in das Marketing eines
Produktes steckt, um es im Markt bekannt zu machen, so trägt diese
Kosten letztlich der Verbraucher. Hohe Kosten aber wiederum können kein
Bestandteil eines verbraucherfreundlichen Produktes sein. Bekannte
Produkte lassen sich vom Vertreter aber besser und schneller verkaufen.
Diese Erkenntnis ist so trivial, dass der vorliegende Bericht
hier
bereits enden könnte.
Aber ein wenig Detaillierter soll es nun doch
betrachtet werden:
Unangenehmer Job
Der
typische Verkäufer/Vertreter hat doch einen schweren Stand: Er wird
allseits gemieden; niemand will freiwillig mit ihm zu tun haben; outet
er sich, steht er überall alleine da und klingelt er an der Tür, weist
man ihn ab. So läuft er sich die Hacken ab, bis er dann irgendwann
irgendwo im Wohnzimmer seines Opfers Platz angeboten bekommt. Da sitzt
er nun, macht sich breit und bereitet geistig schon beim Betreten des
Raumes seinen Verkaufserfolg vor. Er macht auf „sympathisch“, versucht
– so wie er es in seinen Verkaufsschulungen gelernt hat – Interesse für
sein Gegenüber zu zeigen. In Wahrheit interessiert ihn die Person
weniger und sobald er wieder aus der Tür auf die Straße tritt, hat er
auch alles vergessen. Was er sich merkt sind die Geburtstagsdaten,
damit er dann zukünftig freundliche Karten senden kann – so nach dem
Motto:
Dein netter Vertreter denkt an Dich.
Was spielt sich nun
ab in den Gedanken des Verkäufers, der unter Druck steht, also Geld
verdienen muss? Wird er sich konzentrieren auf seine
Beratungsdienstleistung, wird er den Anspruch hegen, sein Gegenüber
über Fakten aufzuklären oder wird er entsprechend der allgemeinen
Gesinnung das ansprechen und anbieten, was der Kunde bereits kennt und
dem er folgen kann? Versetzen Sie sich einfach in seine Lage. Wer unter
Druck steht, wer verkaufen muss, wird auf Verkaufserfolge Wert legen
und damit den Weg des geringsten Widerstandes gehen.
Der Weg des geringsten Widerstandes
Der
Volksmund weiß: „Was der Bauer nicht kennt frisst er nicht!“ Das haben
Sie sicher schon mal gehört! Immer dann, wenn man sich bemüht
und dem
„Bauer“ etwas anbietet, was dieser noch nie gehört oder gesehen hat,
wählt man den steinigen, beschwerlichen Weg zum Verkaufserfolg – und
sicherlich nicht den Weg des geringsten Widerstandes. Also wird das
angeboten, das wenig steinig und beschwerlich ist und das ist eben das,
was allgemein bekannt ist.
Und was ist das?
Bekannt sind die Themen
Lebensversicherung (ob beliebt oder nicht), Bausparen, Bankanlagen und
Investmentfondssparen. Stellen Sie sich vor: Über 90% aller Beratungen
bewegen sich um diese kleine Produktpalette. Rund 400.000 Vertreter
tummeln sich bundesweit in diesem Bereich.
Ein Beispiel:
Vater
Staat führt eine Riester-Rente (Bildzeitung: „Volksrente“) ein, quasi
als Wiedergutmachung an die Versicherungswirtschaft, nachdem man dieser
zuvor das florierende Geschäft mit Lebensversicherungen durch die
ersatzlose Streichung der Steuerfreiheit indirekt „beerdigt“ hat. Finanzfachleute
stellen immer wieder fest, dass eine Riesterrente aus
Sicht der Verbraucher mehr Nachteile, mehr Haken und Ösen hat, als
viele andere Finanzprodukte zuvor in der Geschichte Deutschlands.
Und
trotzdem:
Vater Staat verbreitet
seine Idee, die dem Verbraucher unterm
Strich nichts Gutes bringt. Presse und Medien machen die
Riesterrente
bekannt und sorgen so dafür, dass die Riesterrente zum Volkswissen
wird.
Mehr noch:
Der nachweislich falsche Slogan „Die Riesterrente ist
für jeden ein Muss“ wird ein bekannter Verkaufsschlager. Die Folge:
Jeder Vertreter erhält die Möglichkeit, mit einem neuen Produkt seinen
Kundenbestand neu zu bearbeiten.
Mit dem Hinweis auf den Riesterslogan
hat der Vertreter einen hervorragenden Türöffner zur Hand:
Lieber
Kunde, Sie haben sicherlich schon von der Riesterrente gehört und ich
denke, wir sollten uns zusammen setzen und Ihre Förderungen beantragen
– sie wollen sicher nichts verschenken oder?
Es kommt zum Termin
und
das Volk wird wiederholt in die Irre geführt.
Das Vertretertum
der Finanzwirtschaft lebt seit Jahrzehnten von immer wieder solchen
neuen Produkten, die sie dann im alten Bestand dazu verkaufen können.
Dabei spielen Ethik
und Moral nur eine untergeordnete Rolle, es geht
einzig darum, etwas verkaufen zu können. Wäre es anders,
dürfte in
Deutschland keine einzige Riester-Rente verkauft worden sein.
Selbst
Banken sehen sich genötigt, ihre Banksparspläne als Riester-Sparpläne
zu gestalten, um vom Verkaufslogan zu profitieren. Sie schalten sich
ein und verkaufen diesen Schwachsinn
über ihre Schalter an ahnungslose
Kunden – die immer noch an dem
Glaubenssatz festhalten, was in einer
Bank geschehe sei seriös.
Weil
man
mit
dem Riesterhit die
Zielgruppe der Selbstständigen nicht ködern kann, kommt eine
Rürup-Rente, verkauft als Geschenk an ein anderes Klientel.
Und auch
hier gilt:
Kein einziger Grund spricht unterm Strich für dieses
Produkt.
Wer diese Rürup-Rente verkauft, eilt ausschließlich der
Provision hinterher.
Das schnelle und einfache Verkaufen steht im
Vordergrund bei nahezu 90% aller „Beratungen“.
Nicht der Kunde selbst,
nicht die Kundeninteressen und schon gar nicht die Lebensumstände und
Zielsetzungen des Kunden – nein, ausschließlich der Verkaufserfolg und
der Erfolg für das Unternehmen sind Messlatte einer erfolgreichen
Beratung – zumindest aus Sicht des provisionshungrigen Vertreters.
Bekannte Produkte
Auch
durch die Beratungstätigkeit der Verbraucherzentralen werden zusätzlich
Verbraucher auf einige wenige Produkte gelenkt. So erzählt so ziemlich
jede Verbraucherzentrale, die wichtigsten Personenversicherungen seien
eine Berufsunfähigkeitsversicherung und eine Risikolebensversicherung.
Im Fall der Risikolebensversicherung kann man nur
zustimmen, im Fall einer Berufsunfähigkeitsversicherung allerdings
nicht. Bei einer solchen gibt es derart viele Nebenwirkungen, dass man
nach einer wirklich verbraucherorientierten Beratung zu dem Ergebnis
kommt, dieses Produkt bei über 50% der Verbraucher nicht zu platzieren.
Doch wie reagiert das Volk?
Wie arbeiten die Printmedien und das
Fernsehen? Mitarbeiter von Verbraucherzentralen sind immer wieder gerne
eingeladene Experten in Talkshows und Verbrauchermagazinen.
Doch sie
sind nur Experten für die altbekannten Produkte und durch den
vermeintlichen „Expertenstatus“ verstärken sie die Manipulation der
Verbraucher.
Das fatale Ergebnis:
Jeder Verbraucher
schließt eine
Risiko- und eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab. Die Anbieter freut
es, irgendwie muss eine Allianz ja zu ihren Milliardengewinnen kommen,
doch der Verbraucher bleibt auf der Strecke.
Das Gleiche gilt
für sämtliche Sparverträge bei Banken, Bausparkassen und
Lebensversicherungen.
Diese kennt jeder Verbraucher, weil sie uns von
Kindes an durch Werbung eingehämmert werden.
Doch leider auch nur
diese. Angebote, deren Renditen
nach Berücksichtigung von Inflation und
Steuern gegen Null tendieren und sogar negative Ergebnisse erzielen.
Sie können es glauben:
Jeder Vertreter jeder Gesellschaft weiß, dass
diese Verträge keinem Verbraucher wirklich etwas bringen.
Und dennoch
verkaufen sie sich leichter als alles andere – weil sie eben bekannt
sind.
Das Beispiel Sparbuch
ist doch das beeindruckenste und
zugleich der größte Beweis für die Massenmanipulation:
Der Deutsche
legt derzeit rund 500 Milliarden Euro auf das Sparbuch. Dafür erhält er
rund 2% jährlich – vor Steuern. Zieht man hiervon nur die
Inflationsrate von rund 3% ab, erzielt der Sparer bereits ein negatives
Ergebnis. Das Geld des Verbrauchers wird jedes Jahr weniger wert und
der Verbraucher schaut zu.
Zusätzlich muss man auch noch die Steuer
abziehen, hier mindestens 25% Abgeltungssteuer plus Soli und ggf.
Kirchensteuer. Das sind somit auch mehr als 0,5%, die hier verloren
gehen.
Frage:
Wie
blöd
muss man sein, sein Geld so anzulegen?
Ist es wirklich Dummheit oder
eher die Folge einer Scheiß-egal-Stimmung?
Wir glauben an das
Letztgesagte – und das wird schwerwiegende Folgen haben und die
Betroffenen später teuer zu stehen kommen. Nur wenige Verbraucher
verstehen die Zusammenhänge und nur wenige trauen sich, ihre
Erkenntnisse laut zu sagen:
„Wer fürs Alter vorsorgt, hilft lediglich
aktiv dabei, dem Staat Geld zu sparen. Und macht die Unternehmen, bei
denen ihr diese Toilettenpapiere abschließt, reicher.“ (gefunden im
Internet)
Auch das Beispiel
Baufinanzierung belegt das:
Eine
Finanzierung über einen Bausparvertrag einzugehen ist so ziemlich die
schlechteste von allen Entscheidungen. Und trotzdem brüsten sich die
Anbieter mit ihren Realisierungen.
Es wird vielfach über
dieses Thema berichtet und auch mehrfach gesagt, dass etwas, das
vielfach verbreitet ist, nicht zwingend gut sein muss!
So kann es auch gehen
Steht
weniger der Verkaufserfolg im Vordergrund, sondern vielmehr eine
sinnvolle Beratungsdienstleistung, kommen plötzlich andere Themen auf
den Tisch.
So wird jeder anspruchsvolle
Vermittler zu allererst über
die Themen Inflation und Steuern informieren.
Denn bei Berücksichtigung
dieser zwei Aspekte scheiden bereits 90% aller Produktangebote aus.
Und
es kommt noch schlimmer:
Bei Berücksichtigung dieser zwei Aspekte
fallen im Bereich des Vermögensaufbaus alle – ja Sie haben richtig
gelesen – ALLE
Angebote bei Banken,
Bausparkassen und
Lebensversicherungen - raus.
Denn um das Ziel eines Vermögensaufbaus
erreichen zu können bedarf es einer
zweistelligen Rendite – die diese
Institute jedoch nicht bieten.
Zweistellige
Renditen lassen sich nur durch wenige Angeboten im Markt
erwirtschaften.
Hier verbleiben nur zwei Bereiche:
Immobilien
und Beteiligungen.
Diese Angebote zu
unterbreiten erfordert Mut auf Seiten
des Verkäufers, das erfordert Wissen, das erfordert den Charakter,
gegen alles und jeden zu laufen und damit nicht den Weg des geringsten
Widerstandes zu wählen.
Kennen Sie den Sinnspruch: “Wer an die Quelle
will muss gegen den Strom schwimmen“?
Das trifft auch auf Ihr Verhalten
beim Vermögensaufbau zu. Wer mit der Masse schwimmt, wer ins Wasser
springt und sich einfach treiben lässt, landet in konventionellen
Produkten bei Banken, Bausparkassen und Lebensversicherungen (manchmal
auch Investmentfonds).
Und all diese führen nicht
an die Quelle.
Es
ist aufwendig, dem Kunden eine Investition in eine Immobilie,
die Vor-
und Nachteile einer solchen Investition, die dabei erforderlichen
Notarverträge und möglichen steuerlichen Auswirkungen zu erklären.
Es
ist aufwendig und anspruchsvoll, Verbraucher über eine
Beteiligung zu
informieren, wie man Mitgesellschafter wird, welche Rechte und
Pflichten sich daraus ergeben und welche Risiken bzw. Chancen sich
hierbei ergeben.
Es ist aufwendiger,
bzw.
fette
Verkaufsprospekte mit
dem Kunden durchzusprechen und es ist schwieriger darüber zu
informieren, dass ein Bundesgerichtshof eine Beteiligung als ungeeignet
für den „kleinen Mann“
sieht, als ein bekanntes, von allen Seiten in
den Himmel gelobtes Riester-Renten-Produkt zu verkaufen.
Und es kommt
hinzu, dass es natürlich auch unter den Anbietern von Immobilien
und
Beteiligungen seriöse und unseriöse gibt.
Es gibt immer beide Seiten,
doch wenn der Mann von einer Frau betrogen wird, wird er nicht gleich
schwul.
Er muss sich anstrengen, um die geeignete Lösung zu finden.
Im
Ergebnis bleibt, dass der Weg des geringsten Widerstandes zwar zur
schnellen Provision führt, doch der aufwendigere an die Quelle für den
Verbraucher der sinnvollere ist.
Sie sollten sich somit Zeit nehmen für
das, was Sie bisher noch nicht
gehört haben, was Sie nicht
kennen und
was Ihnen zuerst vielleicht sogar ungewohnt
vorkommt.
Denn darin ist die Wahrheit verborgen.
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